Freitag, 13. Oktober 2017

Pullover aus Wolle vom Coburger Fuchs - Dänische Werke


Mein Spinnrad habe ich im just vergangenen Urlaub wohlweislich nicht mitgenommen, obwohl noch Platz im Auto dafür gewesen wäre. 
Vor zwei Jahren hatte ich spinnend im reetgedeckten Ferienhaus einige verregnet-gemütliche Tage verbracht, in diesem Urlaub wollte ich  aber angefangene Strickteile beenden und nicht noch mehr Garn produzieren.


Das Herstellen von Wolle mit dem Spinnrad hat einen gewissen Suchtfaktor. Es erfordert ausserdem eine ordentliche Vorratshaltung und produziert eine Menge an wunderbarem Material, das irgendwann einmal verstrickt oder verhäkelt sein will. Will sagen. Ich habe zu viel Wolle. Ich muss mal was verarbeiten.


So habe ich einen Pullover beendet, den meine Tochter in Anlehnung an meinen sehr rustikalen Arbeitspullover bei mir bestellt hatte. 


Ein wenig Farbe sollte auch dabei sein und so konnte ich einige Reste von altem Fair Isle Garn verwenden, dessen Farben ich zu den Naturtönen meiner handgesponnen Wolle ganz umwerfend finde.


Die naturfarbene Wolle stammt vom Coburger Fuchsschaf. Ein weiches, langfaseriges Material mit einem wunderbaren Rotschimmer.


Mittlerweile habe ich gute Kontakte zu netten Schafhaltern, die diese Rasse sehr tierfreundlich halten. Den Schafen geht es gut und das merkt man der Qualität der Wolle an.

Bildunterschrift hinzufügen

 Ein erstes kleines Wärmerchen für die demnächst reichlich eintrudelnden Babys habe ich auch fertigbekommen. Die kleine Weste strickt sich leicht und schnell. Ein idealer Schnitt für Neugeborene, aber auch für Krabbelkinder.


Den werde ich bestimmt noch öfter stricken. Gefunden habe ich den Schnitt im Netz hier. Je nach Wollstärke muss er natürlich abgewandelt werden. Hier brauchte ich für die Weste nur 30 Maschen anschlagen.


Die meisten meiner Pullover stricke ich nach "Schnauze". Anleitungen und Lace-Muster sind überhaupt nichts für mich. Ausnahme sind Norwegermuster. Da muss ich das Rad nicht neu erfinden, sondern stricke gern nach schon vorhandene Mustersätzen. Schon länger hatte ich da nach schönen Vorlagen gesucht.


Fündig geworden bin ich in etlichen dänischen Genbrugs. Für ganz wenige Kronen habe ich jede Menge Anleitungen für Norwegerpullover mit Rundpassen gefunden. Die Sprache ist dabei nicht wichtig. Die Muster sind in Strickschrift...

Noch ein paar andere Dinge habe ich in den dänischen Wohlfahrtsgebrauchtläden gefunden, dessen Existenz ich ganz wunderbar finde... unter anderem ein tolles Buch über internationale Strickkunst.( Fehler ! es ist STICKKUNST !)


Aber das zeige ich das nächste Mal.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Anwesend !

die "Kinder" haben auf das Haus aufgepasst und durchaus originelle Spuren hinterlassen.

Fast eineinhalb Wochen sind seit unserer Rückkhehr aus Hyggeligland verstrichen, und ich habs erst gestern geschafft, mein Schatzköfferchen der mitgebrachten Dinge aus den zahlreichen Genbrugs Läden zu öffnen, denn schon bei Heimkehr am vergangenen Sonnabend blinkte der Anrufbeantworter aufgeregt mit ungelösten Fragen.


Die bezahlte Arbeitsstelle ( sprich mein kleines Krankenhaus am Rande der Stadt) ersuchte um Dienste.



und meine syrische Famile zeigte sich aufgeschmissen ob eingetrudelter Amtspost ( bitte kommen, Gitta ville Brief ! ) .

 So habe ich erst einmal einiges  aufzuholen gehabt...

Und was soll ich sagen. Ich habe mich gefreut, gebraucht zu werden, ja gemocht und ein wenig unentbehrlich zu sein. Is so !


Bevor der kleine Urlaub für zwischendurch ganz in Vergessenheit gerät, hier noch ein paar Eindrücke aus dem Krankenhausmuseum in Sonderburg.


 Dieses kleine Refugium der medizinischen Geschichte liegt versteckt, sogar allzu versteckt, und fast geheim in einigen Räumen des Sonderburger Klinikums ( der alte Teil).
 Es öffnet auf telefonische Anmeldung und es hat, wie sollte es anders sein, nur sehr, sehr wenig Besucher.
 Ein 91 jähriger !!!  ehemaliger Arzt führte uns durch die Ausstellung, sichtlich begeistert, jemandem mit Fachkenntnis seine Preziosen zeigen zu können.


So radebrechten wir uns mit einer gewöhnungsbedürftigen Mischung aus Deutsch, Dänisch und etwas Englisch  durch die 4 Ausstellungsräume.


Und nicht nur der greise Anästhesist konnte Geschichten zu einzelnen Exponaten beisteuern. Auch mir war ein Teil des altertümlichen Geräts aus früheren Berufstagen und Nächten vertraut, was wiederum den alten Herrn sehr erfreut hat. 

sogenannter Lichtbogen, wurde bis in die 80er Jahre angewendet....gegen Unterkühlungen und bei Durchblutungsstörungen.

Manche Apparate muten geradezu martialisch an, dennoch :  allzu große Arroganz ist nicht unbedingt angebracht.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Behandlungsstuhl "für kleinere Eingriffe im HNO-Bereich ( falls die Narkose nicht reicht)
 

Wie heisst es doch so passend : Wissenschaft ist nichts anderes als der aktuelle Stand des Irrtums. 
Wer weiss, was die Menschen in hundertfünfzig Jahren zur derzeit aktuellen Krankehaustechnik sagen werden. 

heute schon den Notfallkoffer überprüft ?

Die Ausstellung ist sehenswert, solltet Ihr mal in der Nähe sein, schaut doch da mal rein. Die freuen sich ! 

Und hier bitte auch immer mal wieder reinschauen. Ich hoffe, daß ich in dieser Woche noch Zeit finden werde, meine Dänemark Werke und die Genbrugs-Fundstücke zu zeigen. 

Versprochen. 


Hier schon mal ne Kostprobe. Ein Stück Musikgeschichte von einer LP, die ich für ein paar Kronen erstanden habe. Eigentlich eher wegen des originellen Covers.


Svenne und  Lotta  waren einstmals strahlende Sterne der dänischen Pop/Rockmusikszene. Daß ich auch mal eine Frisur wie Svenne hatte, sieht man hier auf dem alten Foto, das 1975 während meines ersten Dänemarkurlaubs von mir aufgenommen wurde, nicht unbedingt.
Ich sehe übrigens deshalb so somnolent aus, weil wir nach 11 stündiger Anfahrt ganz nach Nordjütland festgestellt haben, daß wir die Stangen für unser Zelt zu Hause vergessen hatten.

 Ja. Shit happens....

Donnerstag, 28. September 2017

Gar nicht hyggelig...


begrüßte uns unser schrottiges Ferienhaus bei unserer Ankunft am Samstag .

 In Dänemark, gleich hinter der Grenze.

 In einer Art Trotzreaktion hatten wir uns vor ein paar Monaten die allerbilligste Hütte ausgesucht, nachdem die Unterkünfte in anderen Regionen sowas von sauteuer erschienen. 

Einzige Bedingung : Kein Teppichboden, weil unser Hund diesen binnen einer Woche in die Austauschpflicht gesudelt hätte.


Ja, und das ist auch eingetroffen. Es gibt keinen Teppichboden in diesem Ferienhaus.

 Aber etliches anderes auch nicht. Die Absteige würde sich hervorragend als Kulisse für ein Drama ( low Budget, wackelige Handkamera, Bilder grob, schwarz - weiss ), eignen. 



Gut, daß die Wohnraumbeleuchtung defekt ist, so können wir die Deko erst am nächsten Tag erkennen. 

Mhh, nice !


 Aber. Alles Geschmackssache. Das Haus jedenfalls ließ  die Erwartung auf den Nullpunkt sinken, die Wahlergebnisse aus dem, ( natürlich vorhandenen ) Fernseher auch, aber...

Am Montag wurde alles besser ( außer den Wahlergebnissen).


  Die gute alte Ostsee hat sich als Nordsee verkleidet. Herbstliche Farben sind im Seewassersonnenlicht noch schöner.


 Der Hund sieht nach jedem Ausflug aus wie eine glückliche Pottsau. 


 Und dann gibt es ja auch noch die zahlreichen genbrugs butikker,( kirkens korshaer)  ,und in diesen viele, schöne Funde für jemanden, der gebrauchte Klamotten mag. (  Müllvermeidung, Ressourcenschonung und Stöberlust ) . 

Dort haben wir dann das am Ferienhaus gesparte Geld auf den Kopf gehauen. 

man kann ja nicht immer nur spinnen....

Der Blick auf meinen mitgenommenen Wollkoffer entzückt mich immer wieder aufs neue und bringt so manches angefangene Projekt zur Fertigstellung.


Rehlein gibt es hier und dem Hund gefällts sowieso. Auch das Rehlein.


Als kleiner Happen hier ein Song von einer CD ( kirkens korshaer ), für ein Krönchen erstanden.

Auf jeden Fall dänisch.  Und was wir noch für smukke ting im genbrugs gefunden haben, zeige ich das nächste Mal. 


Hier kommt erstmal Juncker und seine Konservenfabrik.  



Na siehste, geht doch !

Donnerstag, 21. September 2017

Kleine Reise Vorbereitungen

 

Bis vor ein paar Jahren war ich noch der festen Überzeugung, nicht verreisen zu wollen, keinen Urlaub zu brauchen....
 In meinem Elternhaus gab es keine Urlaubsreisen, es fehlte einfach an Geld, ein paarmal bin ich dann in der Jugend chaotischst verreist ( mit 15 Mark im dünnen Portemonaie für 3 Wochen nach Frankreich).


Später hatten wir Haus und Hof nebst jeder Menge Getier. Schwer , da wegzufahren... also redet man sich das Ganze auch ein bisschen schön. Weils eh nicht geht, oder fast nicht.

 Mittlerweile habe ich die zeitweise Abwesenheit aus häuslichen Gefilden zu schätzen gelernt. Immer noch nicht ganz einfach, hier mal wegzukommen, aber geht.


Nun ist unser Tierbestand  zwar geschrumpft, ( aus 7 Katzen wurden 3), aber Huhn und Hahn, Schaf und Ziege brauchen ebenfalls eine Vor-Ort-Betreuung und so ist vor der Abfahrt nach Dänemark noch so einiges zu tun.

 Außer Kofferpacken. 


Also Stall saubermachen, alles gut auffüllen ( auch den Kühlschrank für die haushütenden Kinder.


Der Appelbaum ist schon fast leergepflückt, den Tomaten steht gleiches noch bevor.




Meiner kleinen Hühnergesellschaft ist es vergleichsweise egal, wer die morgendlichen Körner verteilt.



 Die restliche, eingeweichte Rohwolle ( hier nach der neuen Methode in dem immer gleichen Wasser ein paar Tage fermentiert, noch schnell durchspülen und zum Trocken auf Roste legen 

sieht nicht lecker aus, die Brühe. Ist aber ungeheuer wirksam. Bleibt stehen bis nach dem Urlaub, vielleicht ist es dann noch warm genug zum Weiterwaschen....
 

und dann geht es los, in zwei Tagen, natürlich mit Hund. Und mit Strickzeug und vielleicht mit Spinnrad.


 Das wär das erstmal. 


Unser montäglicher Ausflug, zwecks Fotomotivsuche, endete nicht im Harz, sondern in Haldensleben und Umgebung.



Nach ner Stunde mit dem Ort warmgeworden, kam auf der Rückfahrt die Idee auf, im nächsten Jahr hier und in der näheren Umgebung ein paar Tage mit dem Fahrrad zu verbringen und die Fotoaktion dann fortzusetzen.


  Lohnend ist das auf jeden Fall, und da ist es unwichtig, ob man lieber " postkartentaugliche " Motive möchte, oder an Verfall in jeglicher Ausprägung interessiert ist.


 War nett, nur leider zu kurz.